Mobbing im Referendariat – was tun?

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Mobbing im Referendariat an Schulen in Deutschland

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Wir haben für euch recherchiert, worauf es ankommt und wie man sich am schnellsten hilft ein Artikel von Gastautorin T. Roth.
Laut einer Studie des Zentrums für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Lindau fühlte sich im Jahre 2010 jeder sechste Lehrer gemobbt. Experten gehen davon aus, dass die Anzahl der Mobbingopfer unter Pädagogen an deutschen Schulen seither weiter gestiegen ist. Das hat nicht nur zur Folge, dass die Motivation sowie das Engagement der Lehrer für Ihren Unterricht und ihre Schüler abnimmt: Immer mehr Fälle von psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen bei Lehrern / Referendaren sind auf Mobbing in deren Arbeitsalltag zurückzuführen.

Aufgrund dessen sollten besonders junge Pädagogen bereits im Referendariat für das Thema „Mobbing an Lehrern“ sensibilisiert werden, damit sie im Fall der Fälle adäquat reagieren können – egal, ob sie Opfer oder Zeuge sind. In diesem Artikel erfährst du, was Mobbing genau ist, wie man sich am besten zur Wehr setzt und wo du als Lehrer / Referendar Hilfe von außen bekommen kannst.

Diese Buchtipps können euch schnell und aufschlussreich helfen.

Was ist Mobbing?

Unter Mobbing versteht man eine Situation, in der eine Person von den Mitmenschen ihres Umfeldes über einen längeren Zeitraum zielgerichtet und systematisch ausgegrenzt und/oder angegriffen wird, so dass sie es als Diskriminierung empfindet. Die Arten der Mobbinghandlungen sind meist vom Verhältnis der Täter zum Opfer abhängig.

Mobbingopfer, die als Lehrer / Referendar Attacken erfahren haben, berichteten davon, dass die Täter sowohl im Kreis der Schüler und ihrer Eltern, aber auch bei den Kollegen und vor allem der Schulleitung zu finden sind. Die Mobbinghandlungen umfassten Beschimpfungen und Bloßstellungen in sozialen Netzwerken, verbale oder schriftliche Drohungen sowie bewusste Benachteiligung beispielsweise bei der Stundenplanerstellung oder der Besetzung von Führungspositionen innerhalb der Schule.

Wie reagiert man am besten im Mobbingfall als Referendar/Lehrer?

Das Gefährliche am Mobbing sind seine schleichenden Mechanismen, die von den meisten Opfern anfangs unterschätzt werden. Den Ernst ihrer Lage begreifen sie häufig erst dann, wenn sie nicht mehr fähig sind, angemessen zu reagieren.

Oftmals nehmen sie die ersten Gemeinheiten hin und hoffen, dass die Täter durch die ausbleibende Aufmerksamkeit in absehbarer Zeit ihre Mobbinghandlungen einstellen – oder ein anderes Opfer finden. Das führt in den meisten Fällen jedoch dazu, dass sich die Täter bestärkt fühlen, zumal sich bei ihnen kein Unrechtsbewusstsein entwickelt, wenn sie kein Protest von Seiten des Opfers oder aus dessen Umfeld erreicht.

Wenn du selbst oder jemand in deinem Umfeld gemobbt wird, ist es wichtig, schnell zu reagieren. Zunächst sollte die Situation analysiert werden:

  • Wer sind die Täter?
  • Warum bist du oder eine andere Person das Opfer?
  • Welche Ziele könnten die Täter mit dem Mobbing verfolgen?

Wenn du dir in diesen Punkten Klarheit verschafft hast, solltest du in die Offensive zu gehen. Ein erster Schritt – der zugegeben viel Mut kostet – ist das Vier-Augen-Gespräch mit dem Haupttäter (gegebenenfalls mit Mediator). Studien belegen, dass sich damit in vielen Fällen das Problem im Keim ersticken lässt, weil sich die Täter entweder ertappt fühlen und Konsequenzen befürchten oder ihnen dadurch erst bewusst wird, dass sie sich falsch verhalten haben.

Wo bekommen Referendare / Lehrer Hilfe von außen?

Wenn du gemobbt wirst und die Aussprache mit dem Täter erfolglos geblieben ist, kannst du dich an verschiedene Stellen wenden: Ziehe deine Kollegen, den Örtlichen Personalrat oder die Schulleitung ins Vertrauen und bitte sie, dir zu helfen!

Wenn das Mobbing von ihnen ausgeht oder du kein Vertrauen zu ihnen hast, hast du die Möglichkeit, dich mit deinem Anliegen an die nächsthöhere Dienststelle in der Kultusverwaltung zu wenden.
Halte dabei jedoch auf jeden Fall den vorgeschriebenen Dienstweg ein! Welche Stelle das genau ist, musst du selbst recherchieren, da das in den verschiedenen Bundesländern variiert.

Falls du Mitglied in einer Lehrergewerkschaft bist, kannst du dich auch dahin wenden. Viele Mobbingopfer schrecken davor zurück, ihre Probleme anderen mitzuteilen. Gründe hierfür sind oftmals Scham oder auch das Gefühl, der Fall sei nicht gravierend genug, um andere damit zu belästigen. All diejenigen, die so denken, möchte ich nochmals ausdrücklich an die oben genannten gesundheitlichen Risiken des Mobbings erinnern! Ich hoffe, sie sind euch Ansporn genug, euch um euer eigenes Wohlergehen und eure Gesundheit zu kümmern.

Mit diesem Artikel regen wir euch an, die Augen und Ohren für das Wohl eure Mitmenschen immer offen zu haben.
Geschrieben von Gastautorin T. Roth.

PS: Was sind Deine Erfahrungen mit Mobbing und was empfiehlst Du den Opfern? Schreib uns Deine Meinugn in die Kommentare ↓

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3 thoughts on “Mobbing im Referendariat – was tun?

  1. Andreas

    Hallo liebes Lehramt-Team,
    wir haben in unserem Kollegium auch einen starken Fall von Mobbing. Alle sehen zu und keiner macht etwas aus Angst selbst dran zu sein. Letzte Woche wurde extra ein Gesprächstag anberaumt. Ich hoffe alles klärt sich. Euren Artikel habe ich mir ausgedruckt und werde in auf den Tischen verteilen!

     
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  2. Nina

    Ich bin selbst ein Opfer von Mobbing geworden und mußte viel durchmachen. Bis heute verstehe ich nicht, warum sich Menschen, die im sozialen Bereich arbeiten, sich gegenseitig sowas antun. Danke, dass Ihr dieses Thema wieder ins Gespräch bringt! Es ist zu wichtig und wird allzuoft einfach unter den Tisch gekehrt. Liebe Grüße, Nina

     
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  3. Maja

    Ich habe ebenfalls Mobbing miterlebt und kann deshalb gut beurteilen, dass es die feigste und psychologisch brutalste Kriegsführung ist, die es im sozialen „Miteinander“ ist. Nicht nur die Täter sind schuld!!! Menschen, die lediglich zusehen und „sich raushalten“ wollen sind Mittäter und unterstützen Mobbing!

     
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